Sonntag, 25. Oktober 2009

Von der Lehre der Affen- oder: auch Affen bringen einem etwas bei :)

(: Hallöchen aus dem mittlerweile auch kälter werdenden Japan :)

Diesmal hat es nicht so lange gedauert, bis ich euch wieder etwas berichten kann. Das liegt daran, dass ich gestern (Samstag) mit ein paar Leuten aus dem Wohnheim einen echt tollen Ausflug gemacht habe zum Weltkulturerbe von Nikko und zum Nationalpark um Chuzenjiko. Beides sind kleine alte Städtchen, die nördlich von Tokyo liegen, also wirklich außerhalb von Tokyo (unglaublich ich weiß ^.^). Dem entsprechend lange hat es auch dann gedauert.


Ich bin morgens um 5 aufgestanden und um 6 gings an den Zug, der uns erst einmal zum Zug nach Nikko gebracht hat. Der fuhr um 7 los und um halb 10 waren wir dann endlich dort. Nikko liegt in den Bergen - eigentlich an den Ausläufern der Berge, aber es liegt doch schon ziemlich hoch. Jedenfalls war es dort doch deutlich frischer, als in Tokyo selbst- vielleicht so 12/13° . Von Nikko aus sind wir dann gleich mit einem Bus undgefähr eine Stunde lang über eine berühmte Passstraße (Irohazaka) nach Chuzenjiko-Onsen (so heißt der Ort) gefahren. Chuzenjiko liegt ungefähr 1200 m üNN am Rande des Nationalparks an einem echt schönem See. Dort war es leider noch kälter als in Nikko (ungefähr 8°). Die Irohazaka, die Passtraße heißt so, weil sie ursprünglich mal 48 Kurven hatte, also genausoviele wie das japanische Alphabet (Iroha) Buchstaben hat. Mittlerweile sind es Gott sei Dank nur noch 30 Kurven. Die Straße blieb aber trotzdem berühmt, vor allem wegen ihrer Farbenpracht im Herbst. Dementsprechend voll war sie dann auch und wir standen eine halbe Stunden im Stau ^.^'. Aber die Farben waren schon genial. Es war zwar nicht jeder Baum extrem farbig, aber immer mal wieder gab es Bäume mit außergewöhnlichem Rot oder Orange. Leider sind die meistens Bilder aus dem fahrenden Bus aufgenommen und daher leider....suboptimal ^.^ sorry


Chuzenjiko selbst ist ein wirklich kleiner und verträumter Ort. Es gibt hauptsächlich Souvenirläden und überteuerte Restaurants und Hotels. Die Hauptattraktionen sind natürlich der See, der Nantai-san (Mount Nantai) und 2 Wasserfälle (die wir leider aus Zeitgründen nicht sehen konnten). Daneben gibt es noch ein Tempel (Chuzen-ji) und ein Schrein (Futarasan-jinja). Kurze Erklärung: Tempel sind buddhistisch und Schreine shintoistisch (immer) ;-)



Danach waren wir nur noch überteuert essen und mussten dann wieder mit dem Bus eine Stunde nach Nikko zurückfahren. Nikko ist sehr berühmt wegen seinen Schrein- und Templeanlagen, vor allem wegen des Tosho-gu, der Schrein in dem Tokugawa Ieyasu begraben ist. (Kleine Geschichtskunde: Tokugawa Ieyasu war der Shogun, der Japan 1603 in die Isolation geführt hat und der das Tokugawa-Shogunat begründet hat. Heute wird es auch als Edo-Zeit oder Zeit des großen Friedens bezeichnet, der nach 250 Jahren (1868) durch die Amerikaner beendet wurde. Japan musste sich wieder öffnen und mit Amerika äußerst unfaire Handelsverträge abschließen.)


Im Tosho-gu befinden sich noch zwei weitere Hauptattraktionen: einmal die Nemuri-Neko (die schlafende Katze), die sich im Grabraum von Tokugawa befindet (die Japaner sind voll verrückt nach ihr, weil sie so süß sei) und die 3 bekanntesten Affen der Welt. Einer der Affen hält sich die Augen zu, einer den Mund und einer die Ohren. Sie verdeutlichen eine wichtige Lehre - eigentlich des Buddhismus: Nichts böses sagen, nichts böses hören, nichts böses sehen. Die Affen kann man in allen Varianten als Souvenir kaufen, zB als Tassen, Anhänger, Aschenbecher, einfache Skulpturen, als Taschentücher, Plüschtiere etc etc etc. Typisch japanisch halt.


Eine weitere Sehenswürdigkeit von Nikko ist die fünfstöckige Pagode und die Shin-kyo-Brücke, die leider nur zum fotographieren ist. Dann gibt es noch andere Tempel und Schreine und ein Treasure House (Museum) und ein National Science Museum und und und. Also für Nikko und Chuzenjiko komplett auskosten zu können braucht man unbedingt mindestens 2 volle Tage. Leider hatte ich nur einen und konnte daher sicher die Hälfte nicht sehen, aber da ich ja quasi "vor Ort" bin, werde
ich vielleicht nochmal hinfahrn (auch wenn es etwas teuer ist), aber man weiß ja nie ^.^


So und nachdem uns die Affen etwas wichtiges aus dem Buddhismus gelehrt haben möchte ich nun etwas von der Uni erzählen (nachdem man mich freundlich drauf hingewiesen hat, auch mal darüber zu schreiben^.^). Meine Uni- die Jochidaigaku, wie sie auf japanisch bezeichnet wird (englisch: Sophia University) gehört zu den 3 besten internationalen Universitäten Japans *protz* "Besser" sind lediglich die Waseda Universität und die Keio Universität. Jetzt aber genug angegeben ^. ^

Mein Unialltag beginnt erstmal mit einer Stunde fahrt in der Rushhour (ich muss ja erstmal nach Tokyo kommen). Die Uni selbst liegt schräg gegenüber vom Bahnhof, also echt super angeschlossen.
Direkt hinter der Campus liegt die Akasaka Imperial Residence mit einer großen Parkanlage, die öffentlich zugängig ist (zumindest größtenteils). Im Frühjahr bietet es sich da natürlich an, nach dem Unterricht im Park zu faulenzen ;-)


Der Campus ist recht klein, dafür die Gebäude umso höher, bis zu 17 Stockwerke. Die Woche über habe ich morgens Intensive Japanese Kurse, jeweils 2 Stunden von 9:15 bis 12:30 und zweimal die Woche Indian Mysticism von 15:15 bis 16:45. Das ist hört sich recht wenig an, aber im Intensive Kurs wird fast jeden Tag ein Test geschrieben und die Hausaufgaben werden auch immer zeitaufwenidger. Laut Visabestimmungen müsste ich sogar "noch weniger" machen. Das typische japanische Unileben besteht hauptsächlich aus Anwesenheitslisten und schlafen während der Stunden. Das klingt jetzt komisch und natürlich trifft es nicht auf alle zu, aber sehr viele sind wohl nur wegen der Anwesenheitslisten da, bevorzugen es aber den Stoff selbst zuhause aus den Büchern zu lernen. Gaaaanz wichtig sind für viele Japaner die Clubs und Circles nach dem Unterricht. Wir haben beispielsweise ein Cheerleading-Team, dass auf nationaler Ebene häufig den ersten Platz abräumt, aber das wundert auch nicht, denn sie haben jede Mittagspause Training, 3x 3 Stunden unter der Woche abends sowie 2x 4 Stunden am Wochenende . Einfach... abartig. Ich hab sie mir mal angesehen, weil ich vielleicht mitmachen wollte (ja ja lacht nur), weil die Jochi leider kein Turnclub hat. *schnief* Momentan bin ich noch auf der Suche, ob ich vielleicht in einer anderen Uni einen Turnclub finde, oder versuche ich mich in einer anderen Sportart.

Tja, ansonsten wüsste ich nicht, was es sonst noch spektakuläres über die Uni zu erzählen gibt. Wenn ihr spezielle Fragen habt, dann mailt mir doch einfach ;-) Ansonsten wars das jetzt erstmal wieder.
Machts gut und haltet die Ohren steif!

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