Sonntag, 8. November 2009

Japan, Anfang November, Sonne, leichter Wind, 20-25° - die Frisur hält!

Hallo an alle :)
Am 1. November bin ich spontan - weil das Wetter so schön war- nach Asakusa gefahren, einem der ältesten Stadtteile Tokyos, den es schon zur Edo Zeit gab (1603- 1868, damals noch Shitamachi- also Downtown genannt^^).

Asakusa ist heute natürlich (wie alles in Tokyo) sehr modern und hat dennoch seinen ursprünglichen Flair bewahrt. Einerseits stehen dort Hochhäuser an Hochhäuser, Kaufhaus an Boutiquen gereiht. Auf der anderen Seite sind die Gassen und Sträßchen in Asakusa noch kleiner und enger, als die in den meisten anderen Stadtteilen.


Berühmt ist vor allem der Bereich um den Senno-ji (ein buddhistischer Tempel, auch Asakusa Kannon-do genannt). Schon von Weitem sieht man die großen Menschen- und Touristenmassen zum Eingang strömen. Nachdem man ein erstes großes Tor passiert hat, das Kaminarimon (Donnertor) gelangt man erst einmal in eine enge Gasse mit aneinandergereihten Ständen und Geschäften. Dort gibt es von den traditionellen Senbeis (Reisgebäck) bis zu Manekinekos (Geld herbei winkende Katzen) und sonstigen Souveniers eigentlich alles zu bestaunen und natürlich auch zu kaufen. Hat man sich dann bis zum zweiten Tor durchgekämpft, das Hozomon, könnte man normalerweise den Tempel bewundern. Leider renovieren sie den gerade und der Tempel ist komplett verhüllt. Aber es gab auch eine Entschädigung dafür. Neben dem Haupttempel gibt es noch zahlreiche andere Gebäude, unter anderem einen kleinen (eher winzigen) Park und eine 5-stöckige Pagode. Sie gehört zu den 3 größten Pagoden in ganz Japan *wow*

Hinzu kam, dass man Anfang November in Japan shichi-go-san feiert. Und wie es der Zufall will, fand es genau an diesem 1. November statt.

Shichi-go-san bedeutet eigentlich 7-5-3 und ist ein Fest für Kinder (mehr oder weniger). Man glaubte früher, dass Mädchen im Alter von 3 und 7 und Jungs im Alter von 5 enormes Unglück haben. Deshalb gehen Eltern mit ihren Kindern und dem Rest des Familienclans während shichi-go-san an einen Schrein und bittet um Glück. Das tolle an dem Fest ist eigentlich für mich Ausländer, dass die betroffenen Kinder in unglaublich schöne und kunstvoll verzierte Kimonos gesteckt werden (den ersten, den sie in ihrem Leben tragen). Und naja, neben dem Senno-ji gibt es noch den Asakusa-jinja, also den shintoistischen Schrein und überall konnte ich an dem Tag die Kinder im Kimono bewunder.shichi-go-san im Asakusa-jinja mit Schrein"dienerin" und einem ganz "unglücklichen" Mädchen im Kimono ;-)

Achja, an dem Tag war es übrigens so um die 25°. Wie man auf dem Bild oben sieht hab ich zwar nur ein T-shirt und Jeans an, aber trotzdem hab ich ordentlich geschwitzt. Mir kommt es noch überhaupt nicht wie November vor, eher als hätten wir immer noch September. Auf Schnee und weiße Weihnachten brauche ich glaub ich garnicht zu hoffen :(


Am 3. November war Tag der Kultur (bunka no hi), ein nationaler Feiertag an dem - verblüffenderweise- auch einige Geschäfte zu hatten. Allerdings nur hier in Warabi und nicht in Tokyo. Bunka no hi war nicht mein erster nationaler Feiertag, aber irgendwie scheinen die Feiertage hier nicht für die Arbeit zu gelten. Das letzte Mal, am Tag des Sports, war ganz normal Uni, die Geschäfte hatten genauso auf- ach ja, ich glaube die Behörden hatten zu ;-) Also ist doch nicht alles so anders als daheim^.^ .

Jedenfalls habe ich am dem Tag einen Bekannten aus Deutschland und seine Frau besucht. Dazu musste ich ungefähr 1,5 Stunden mit dem Zug weiter nördlich, das heißt weiter raus aufs Land fahren. Es war unglaublich toll, mal wieder aus dem Häuserdschungel herauszukommen und Felder, Bäume und Berge zu sehen und es hat mir dort auch sehr gut gefallen. Wir waren erst in einem typischen Isakaya essen und danach ging es auf das Stadtfest, das im Grunde ähnlich war, wie das in Kawagoe. Aber es hatte vielmehr "fahrende Häuser", die wie ich jetzt weiß "dashi" heißen und das Fest war eher "überregional".


(Btw.: Isakaya meint oft ein eher lokaleres, kleineres Restaurant, in das viele vor allem zum Trinken nach der Arbeit oder Abends hingehen. Man bestellt dort hauptsächlich Kleinigkeiten, an denen sich dann alle bedienen. Das ist vielleicht mit den spanischen Tappas vergleichbar, macht auf jeden Fall tierisch Laune).

Achja und noch eine Bemerkung am Rande.
Vor 10 Tagen waren wir bis heute im Wohnheim ungefähr 40 Deutsche mehr als normal. Das lag daran, dass die Stadt Warabi zu ihrem 50. Jubiläum ein Musikcorps von ihrer deutschen Partnerstadt eingeladen hatte. Von da an war es dann etwas lauter in der Küche zugegangen. Jetzt sind sie wieder weg und es ist wieder ruhiger. Gott sei Dank ;-) Es ist doch etwas peinlich wenn 40 Leute in einer japanischen Küche deutsche Blasmusik machen und die Japaner und anderen Ausländer rumhüpfen und dazu klatschen ^.^ Aber es war auch mal wieder ganz lustig etwas so urtypisch deutsches ausgerechnet hier in Japan zu haben.
Sachen gibts....

Das wars erstmal wieder von mir ;-) Bis demnächst!

1 Kommentar:

  1. Die armen Kinder. In dem Alter vom Pech verfolgt. Apropo raus aufs Land fahren. Solltest du mal an einem hart arbeitenden japanischen Bauern vorbei fahren könntest du grad mal den Auslöser drücken. Ich würde mich über jeden Schnappschuss aus der Landwirtschaft freuen.

    Grüße aus Münchweiler

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