Hallo an alle daheim!
Jetzt bin ich schon über einen Monat in Japan. Wahnsinn!
Und mittlerweile hat auch der Alltag Einzug gehalten: jeden morgen um halb 8 gehts ab zum Bahnhof und zur Uni. Für den gesamten Weg brauche ich etwas mehr als ein Stunde (dh in Deutschland könnte ich einfach daheim wohnen bleiben und jeden Tag mit dem Auto nach Trier fahren). Aber das ist noch nichts ungewöhnliches. Viele Leute fahren sogar 2 oder mehr Stunden morgens zur Arbeit und abends wieder genauso lange zurück. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass es morgens super super super scheiß voll ist! Rush hour halt.
Und da sind wir schon bei einem der unglaublichsten Phänomene, die es in Japan zu entdecken gibt: die Rush hour. Sie beginnt ungefähr um 7 und geht bis 9 Uhr. Täglich pendeln über 12 Millionen Menschen außerhalb des Tokyoter Kernstadtbereichs nach Tokyo rein. Unglaublich, dass die Stadt nicht aus allen Nähten platzt. Zumindest die Züge tun es.
Wenn man morgens in die Nähe des Bahnhofs kommt, merkt man schon das ein paar Straßen vorher sich immer mehr Menschen zu einem gesellen. Am Bahnhof selbst, kommen ständig Leute aus allen Straßen gelaufen, also nicht etwa schubweise, nein, ein permanenter nicht enden wollender Menschenstrom. Auf dem Bahnsteig wirds teilweise schon richtig eng. Das Lustige daran ist nur, dass die Japaner immer schön zwei und zwei hintereinander stehen, genau vor einem farblichen Streife auf derm Boden, der den Ort markiert, an dem die Türen zum stehen kommen werden.
Sehr praktisch, man muss nur noch in den Zug reinstürmen.
Damit aber nicht genug. Zwischen den "Türen" entstehen zwar zunächst noch Lücken (da ja keine Tür da ist), wird die Warteschlange dann aber irgendwann so lange (und das wird sie schnell) beginnt eine neue Reihe zwischen den "Türen". Wenn dann die eine Schlange komplett im Zug ist und dieser abfährt, wandert die "Zwischenschlange" wie auf geheimen Komando nach rechts zur nächsten "Tür". Und schwupps ist wieder Platz für eine "Zwischenreihe".
Irgendwie ist dieses System faszinierend. Vor allem weil man das von Deutschland nicht kennt. Jeder steht und wartet einfach irgendwo und vor der Tür bildet sich immer eine rießen Menschentraube. So kommt irgendwie keiner rein noch raus. In Japan hingegen kommt jeder in den Zug. Und es heißt wirklich jeder! Ich habe schon so oft gedacht "Also wenn jetzt noch einer rein will, platzt der Zug" . Aber siehe da, es passten noch locker 20 Leute mehr rein. Und falls es mal kritisch wird, stehen uniformierte, stumme Schaffner extra morgens auf jedem Bahnsteig bereit - für fast jede Tür einer - und drücken und quetschen die Menschen nach innen, damit dann die Türen zugehen.
Raus kommt man aber auf jeden Fall immer, was unter Umständen zwar echt schwierig sein kann (wenn man auf der Seite steht, die gegenüber der sich öffnenden Tür liegt), aber es klappt jedes mal. Vor den großen Bahnhöfen, an denen sehr viele Leute umsteigen müssen, hört man teilweise schon bevor der Zug steht von irgendwo ein halblautes "SUMIMASEN" ("Entschuldigung") und dann wird sich einfach durchgedrückt. Verblüffend ist, dass wirklich jeder versucht Platz zu machen, keinen anzurempeln, oder schief anzugucken (viele geben vor zu schlafen oder tippen blöd aufm Handy rum). Es ist super leise im Zug, obwohl in jedem Wagon 50-100 Menschen sind. Es ist eben wirklich ein Phänomen^.^ und ich erlebe es jeden Tag....naja ^.^
Leider habe ich keine Bilder davon (oder noch keine?). Bisher wars mir dann doch etwas zu peinlich einfach meine Kamera zu zücken und die Rush hour Opfer zu fotographieren. Vielleicht trau ich mich ja noch ;-)
Die Wochenenden sind im Vergleich zur Rush hour seeeehr entspannend und ruhig. Naja, mein letztes Wochenende war dann doch eher nicht so. Ich bin mit ein paar Leuten aus dem Wohnheim nach Kawagoe gefahren. Das liegt auch in Saitama, nur weiter nord-östlich im Landesinneren (also weg von Tokyo). Mittlerweile sieht Kawagoe schon sehr wie jede "Vorstadt-Stadt" aus, es gibt aber noch einige Häuser die aus der Edozeit stammen (1603-1868). Und eben in diesem Städtchen war am Wochenende Matsuri- also ein Festival.
Es war super super voll (eben wie in der Rush hour). Die ganze Stadt war voller Essenständchen - natürlich nur japanisches Essen(nur 1-2 Kebab hatten sich eingeschlichen). Und dann gab es noch viele Spieleständchen, ähnlich den Angelständchen auf der Kerwe daheim. Aber ich fang am Besten mal von vorne an: Wir sind vormittags um 11 Uhr mit dem Zug los gefahren und haben ungefähr eine 3/4 Stunde gebaucht (2x umsteigen).
Angekommen, mussten wir dann nur den Menschenmassen folgen. Neben den ganze Essensständen (Okonomiyaki, Takoyaki, Toriyaki, verschiedene burgerähnliche Sachen, ganz viele Süßkartoffe-Süßigkeiten, Lutscher, Schokobananen, Früchte in einer seltsamen klaren Soße, Zuckerwatte in Mangatüten, aufgespiester und gegrillter Fisch etc etc) gab es dann noch einige Spielzeugstände. Es gab zum Beispiel Trinkbecher als Doraemon-Figur oder als Pikatchu oder sonstwas. Jede Menge Kleinkrusch der in einem Wasserstrudel schwimmt und den die Kinder versuchen müssen raus zu angeln oder schöpfen. Ein berühmte japanische Attraktion ist beispielsweise ein Wasserbecken in dem kleine Fische schwimmen und man muss versuchen die mit einem super dünnen Papierkelch raus zu schöpfen (das Papier reißt natürlich meistens).
Wir haben uns ziemlich schnell erstmal über das Essen hergemacht. Jeder hatte was anderes, so dass wir von allem probieren konnten. Ich hatte Okonomiyaki (eine Art riesen Pfannkuchen-burrito) eine Schokobanane und türkisches Eis (und von den anderen Sachen probiert). Ich war so voll, dass ich sogar heute morgen nichts frühstücken wollte und mich mit einer Banane und einem Mini-Heidelbeercroissant begnügt habe.
Zwischendrin den Essensständchen waren kleine Holzbühnen aufgebaut auf denen 2-3 Musiker gespielt haben (oder eher Krach gemacht haben) und ein verkleideter Tänzer
hat zum Krach getanzt. Ich nehme an, dass die Künstler aus irgend einem traditionellem Theater stammten, Kabuki zum Beispiel. Von Zeit zu Zeit liefen Polizisten auf der Straße, haben die Leute "beiseite geräumt" und Platz für einen kleinen Wagen gemacht. Der Wagen war eher ein fahrendes Haus, das auch eine kleine Bühne enthielt. Diese fahrenden Häuser wurden von traditionell gekleideten Leuten an Tauen gezogen und sie hielten oft neben den feststehenden Bühnen an. Dann wurde ein Bolzen entfernt und das Haus hat sich zur Bühne gedreht und die beiden Tänzer - der der Bühne und der des Hauses- haben sich begrüßt und zusammen getanzt. Irgendwann haben sie das Haus wieder nach vorne gedreht und schon wurde es weiter gezogen. Alles seeehr seltsam ^.^ Ich hab mal ein Video davon gemacht, damit ihr euch das besser vorstellen könnt:
So, man erkennt zwar super wenig, aber zumindest hab ich ja noch das große Video auf der Festplatte. Kann dann jeder sehen, ders möchte, wenn ich wieder daheim bin und einen ganzen Bildertag veranstalte ^.^ Das wars mal wieder. Diesmal wars leider nicht zu viel, aber wie gesagt, der Alltag hält selbst hier in Japan Einzug. Es wird ab jetzt wohl immer länger dauern, bis ich mal wieder etwas poste. Muss ja erst wieder was tolles erlebt haben :)
Nächstes Wochenende besuche ich wahrscheinlich Nikko, könnt ihr ja mal googlen ;-)
Bis dahin wünsch ich jedem Einzelnen alles Gute, haltet die Ohren steif in Deutschland, was ja nicht so schwer sein kann bei den eisigen Temperaturen- hier ist es übrigens noch Sommer :) auf dem Matsuri war ich in Rock und Trägertop :P 26 ° und Sonne *yeah* wird sich aber auch bald ändern ;-) Bis demnächst und Sayonara!
Jetzt bin ich schon über einen Monat in Japan. Wahnsinn!
Und mittlerweile hat auch der Alltag Einzug gehalten: jeden morgen um halb 8 gehts ab zum Bahnhof und zur Uni. Für den gesamten Weg brauche ich etwas mehr als ein Stunde (dh in Deutschland könnte ich einfach daheim wohnen bleiben und jeden Tag mit dem Auto nach Trier fahren). Aber das ist noch nichts ungewöhnliches. Viele Leute fahren sogar 2 oder mehr Stunden morgens zur Arbeit und abends wieder genauso lange zurück. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass es morgens super super super scheiß voll ist! Rush hour halt.
Und da sind wir schon bei einem der unglaublichsten Phänomene, die es in Japan zu entdecken gibt: die Rush hour. Sie beginnt ungefähr um 7 und geht bis 9 Uhr. Täglich pendeln über 12 Millionen Menschen außerhalb des Tokyoter Kernstadtbereichs nach Tokyo rein. Unglaublich, dass die Stadt nicht aus allen Nähten platzt. Zumindest die Züge tun es.
Wenn man morgens in die Nähe des Bahnhofs kommt, merkt man schon das ein paar Straßen vorher sich immer mehr Menschen zu einem gesellen. Am Bahnhof selbst, kommen ständig Leute aus allen Straßen gelaufen, also nicht etwa schubweise, nein, ein permanenter nicht enden wollender Menschenstrom. Auf dem Bahnsteig wirds teilweise schon richtig eng. Das Lustige daran ist nur, dass die Japaner immer schön zwei und zwei hintereinander stehen, genau vor einem farblichen Streife auf derm Boden, der den Ort markiert, an dem die Türen zum stehen kommen werden.
Sehr praktisch, man muss nur noch in den Zug reinstürmen.
Damit aber nicht genug. Zwischen den "Türen" entstehen zwar zunächst noch Lücken (da ja keine Tür da ist), wird die Warteschlange dann aber irgendwann so lange (und das wird sie schnell) beginnt eine neue Reihe zwischen den "Türen". Wenn dann die eine Schlange komplett im Zug ist und dieser abfährt, wandert die "Zwischenschlange" wie auf geheimen Komando nach rechts zur nächsten "Tür". Und schwupps ist wieder Platz für eine "Zwischenreihe".
Irgendwie ist dieses System faszinierend. Vor allem weil man das von Deutschland nicht kennt. Jeder steht und wartet einfach irgendwo und vor der Tür bildet sich immer eine rießen Menschentraube. So kommt irgendwie keiner rein noch raus. In Japan hingegen kommt jeder in den Zug. Und es heißt wirklich jeder! Ich habe schon so oft gedacht "Also wenn jetzt noch einer rein will, platzt der Zug" . Aber siehe da, es passten noch locker 20 Leute mehr rein. Und falls es mal kritisch wird, stehen uniformierte, stumme Schaffner extra morgens auf jedem Bahnsteig bereit - für fast jede Tür einer - und drücken und quetschen die Menschen nach innen, damit dann die Türen zugehen.
Raus kommt man aber auf jeden Fall immer, was unter Umständen zwar echt schwierig sein kann (wenn man auf der Seite steht, die gegenüber der sich öffnenden Tür liegt), aber es klappt jedes mal. Vor den großen Bahnhöfen, an denen sehr viele Leute umsteigen müssen, hört man teilweise schon bevor der Zug steht von irgendwo ein halblautes "SUMIMASEN" ("Entschuldigung") und dann wird sich einfach durchgedrückt. Verblüffend ist, dass wirklich jeder versucht Platz zu machen, keinen anzurempeln, oder schief anzugucken (viele geben vor zu schlafen oder tippen blöd aufm Handy rum). Es ist super leise im Zug, obwohl in jedem Wagon 50-100 Menschen sind. Es ist eben wirklich ein Phänomen^.^ und ich erlebe es jeden Tag....naja ^.^
Leider habe ich keine Bilder davon (oder noch keine?). Bisher wars mir dann doch etwas zu peinlich einfach meine Kamera zu zücken und die Rush hour Opfer zu fotographieren. Vielleicht trau ich mich ja noch ;-)
Die Wochenenden sind im Vergleich zur Rush hour seeeehr entspannend und ruhig. Naja, mein letztes Wochenende war dann doch eher nicht so. Ich bin mit ein paar Leuten aus dem Wohnheim nach Kawagoe gefahren. Das liegt auch in Saitama, nur weiter nord-östlich im Landesinneren (also weg von Tokyo). Mittlerweile sieht Kawagoe schon sehr wie jede "Vorstadt-Stadt" aus, es gibt aber noch einige Häuser die aus der Edozeit stammen (1603-1868). Und eben in diesem Städtchen war am Wochenende Matsuri- also ein Festival.
Wir haben uns ziemlich schnell erstmal über das Essen hergemacht. Jeder hatte was anderes, so dass wir von allem probieren konnten. Ich hatte Okonomiyaki (eine Art riesen Pfannkuchen-burrito) eine Schokobanane und türkisches Eis (und von den anderen Sachen probiert). Ich war so voll, dass ich sogar heute morgen nichts frühstücken wollte und mich mit einer Banane und einem Mini-Heidelbeercroissant begnügt habe.
Zwischendrin den Essensständchen waren kleine Holzbühnen aufgebaut auf denen 2-3 Musiker gespielt haben (oder eher Krach gemacht haben) und ein verkleideter Tänzer
So, man erkennt zwar super wenig, aber zumindest hab ich ja noch das große Video auf der Festplatte. Kann dann jeder sehen, ders möchte, wenn ich wieder daheim bin und einen ganzen Bildertag veranstalte ^.^ Das wars mal wieder. Diesmal wars leider nicht zu viel, aber wie gesagt, der Alltag hält selbst hier in Japan Einzug. Es wird ab jetzt wohl immer länger dauern, bis ich mal wieder etwas poste. Muss ja erst wieder was tolles erlebt haben :)
Nächstes Wochenende besuche ich wahrscheinlich Nikko, könnt ihr ja mal googlen ;-)
Bis dahin wünsch ich jedem Einzelnen alles Gute, haltet die Ohren steif in Deutschland, was ja nicht so schwer sein kann bei den eisigen Temperaturen- hier ist es übrigens noch Sommer :) auf dem Matsuri war ich in Rock und Trägertop :P 26 ° und Sonne *yeah* wird sich aber auch bald ändern ;-) Bis demnächst und Sayonara!
Japan ist wirklich ein richtiger Kulturschock, wobei das ja gerade das interessante ist. Dir gefällt es ja anscheind super dort. Da wird das eine Jahr ruckzuck rumgehen.
AntwortenLöschenDeine Blogeinträge zu lesen macht richtig Spaß und dank der Bilder und Videos kann man sich das richtig gut vorstellen. Gibts demnächst auch mal was über die Uni? :-)
Viele Grüße und weiterhin viel Spaß!
Danke für den Tipp :) wird direkt beachtet! :D Und immer schön fleißig weiter lesen! :D
AntwortenLöschendas mit den Temperaturen da is ja einfach nur gemein :'( *in Dland erfrier*
AntwortenLöschenWünsch dir aber noch ne Menge Spaß!!!
hdgdl! Miss u!
Deine Kisa