Hallo an alle daheim :)
Zu aller erst: Vielen Dank für eure lieben Kommentare hier direkt beim Blog, per Email oder Icq. Ich hab mich tierisch über so viele feed-backs gefreut!!!! Weiter so! ;)
Ich bin jetzt schon über 2 Wochen hier und habe letzte Woche wieder viel erlebt, das ich euch jetzt natürlich im Detail erzählen muss. Zunächst waren die Tage nach der spannenden ersten Woche etwas ruhiger verlaufen (Gott sei Dank!) und ich hab hauptsächlich viel Geld in den umliegenden Geschäften gelassen ^.^ Aber nun ja, gewissen Sachen braucht man eben, kann ja schlecht die Wäsche über den Stuhl hängen zum Trocknen, also musste zB mal ein Wäscheständer her. Leichter gesagt als getan. Es gibt hier zwar in der Nähe einen absoluten „Ramsch-Laden“, wo man von Essen bis hin zu Handys alles bekommt und das meist äußerst günstig….aber anscheinend finden Japaner, dass Wäscheständer zu viel Platz wegnehmen. Es gibt sie zwar, aber man bekommt millionenfach eine Art Kleiderbügel, an dem dann ein quadratisches Gestell hängt mit Klammern dran….sieht komisch aus, aber immerhin tut es seinen Dienst. Ach ja. Wäsche waschen ist dann auch so ein Thema für sich, es gibt grundsätzlich nur ein Waschprogramm und gewaschen wird auch grundsätzlich mit „kaltem“ Wasser- es entspricht glaube unserem 30° Waschgang.
Ich durfte also Anfang der zweiten Woche erstmal den japanischen Alltag kennen lernen ^.^
Mittwoch bin ich dann mit Marlene nach Harajuku gefahren. Harajuku liegt in Tokyo und ist das angesagteste Jugendviertel. Dort gibt’s zahlreiche kleine Gassen, die vollgestopft sind mit Klamotten und Accessoir-Läden, alles speziell auf die japanische Jugend
zugeschnitten. (Übrigens ist in Harajuku auch diese eine berühmte Brücke, auf der sich am Wochenende ein paar wenige verrückte Japaner verkleidet treffen. Muss ich mir auch noch angucken- ich war Mittwochs da. Den "Kleiderstil" findet man übrigens auf anhieb wenn man Harajuku bei Google eingibt ;) ).
War nicht ganz einfach dort shoppen zu gehen, weil es extrem voll ist. Dafür ist !wirklich! jede Stilrichtung vertreten, von Girly-Girls über Rocker bis Emo und Gothic-Lolitas und alles äußerst günstig. (Hab dort direkt einen super schönen Schal ausfindig gemacht ^.^welchen Stil verrate ich nicht :x). Nachmittags hatte ich dann mein erstes original japanisches Sushi (auf dem Fließband) und es war schon äußerst lecker, aber soooo überragend besser wie deutsches Sushi ist es nun auch nicht gewesen (man bekommt ja immer zu hören, dass Sushi außerhalb von Japan extrem schlecht sein soll- das fand ich jetzt irgendwie nicht, lag aber vielleicht auch am Laden).
So, damit war auch der entspannende Teil der letzten Woche schon vorbei.
Am Donnerstag hatte ich von der Sophia Universität eine „Orientation“, wo es erstmal eine Leinentasche mit Sophiawappen drauf gab und mit allerhand Zeug zu durchlesen drin (In der Uni gibts auch extra einen Shop, wo man sämtliche Sophia-Kleidungstücke, -Stifte,-Blöcke etc kaufen kann). Es gab zunächst 2 Stunden lang jede Menge Infos zu den Sprachkursen, zu den Uniregeln und zum „Placement Test“ am nächsten Tag. Den musste jeder mitmachen, der schon mal Japanisch gelernt hat- egal wie lange und wie gut. Ich muss zugeben, der war extrem schwer. Hab von niemanden gehört, der meinte „ ach ich bin bis zum Dritten Teil locker durchgekommen“ (Zur Erklärung: der Test war über 3 Themengebiete – Kanji, Composition und ein Essay und jeder Teil fing bei super einfachen Sachen an und wurde mit jeder Frage schwerer bis hin zum advanced level). Die Sophia ist wohl bekannt dafür richtig gute und äußerst fordernde Sprachkurse anzubieten. Das wusste ich natürlich vorher nicht -.-
Schaden tuts aber eigentlich auch nicht ^.^
Abends war ich dann auf dem nach-Hause-Weg noch einen Abstecher nach Ikebukuro machen. Dort sind super viele Einkaufsmöglichkeiten unter anderem ein Paper Loft mit super schönen Briefpapiern uns sonstigem Kram. Lustig sind vor allem die Karteikarten die es in Japan gibt. In Deutschland sind sie einfach weiß, rechteckig und in allen A5- Ax Größen zu bekommen. In Japan sind sie zwar hauptsächlich auch weiß, aber Din A-Formen sind einfach zu wenig ausgefallen, zu
langweilig, das geht ja garnicht! Stattdessen gibt es hier Karteikarten nur im Kleinformat in allen Möglichen Formen wie zb Kleeblattform, Tierform, Blumenform, oder ganz langweiligerweise auch rechteckig, aber alle an einem Ring, so dass man schön im Zug lernen kann ohne sie zu verlieren und alle auf dem Boden zu verteilen. Oder man klemmt sie sich an den Schlüssel, ans Handy oder an die Tasche, alles gar kein Problem- nur wenn man was größeres will um Prüfschemata oder so draufzukritzeln. Das gibts dann nämlich nicht.
Am Donnerstag hatte ich von der Sophia Universität eine „Orientation“, wo es erstmal eine Leinentasche mit Sophiawappen drauf gab und mit allerhand Zeug zu durchlesen drin (In der Uni gibts auch extra einen Shop, wo man sämtliche Sophia-Kleidungstücke, -Stifte,-Blöcke etc kaufen kann). Es gab zunächst 2 Stunden lang jede Menge Infos zu den Sprachkursen, zu den Uniregeln und zum „Placement Test“ am nächsten Tag. Den musste jeder mitmachen, der schon mal Japanisch gelernt hat- egal wie lange und wie gut. Ich muss zugeben, der war extrem schwer. Hab von niemanden gehört, der meinte „ ach ich bin bis zum Dritten Teil locker durchgekommen“ (Zur Erklärung: der Test war über 3 Themengebiete – Kanji, Composition und ein Essay und jeder Teil fing bei super einfachen Sachen an und wurde mit jeder Frage schwerer bis hin zum advanced level). Die Sophia ist wohl bekannt dafür richtig gute und äußerst fordernde Sprachkurse anzubieten. Das wusste ich natürlich vorher nicht -.-
Abends war ich dann auf dem nach-Hause-Weg noch einen Abstecher nach Ikebukuro machen. Dort sind super viele Einkaufsmöglichkeiten unter anderem ein Paper Loft mit super schönen Briefpapiern uns sonstigem Kram. Lustig sind vor allem die Karteikarten die es in Japan gibt. In Deutschland sind sie einfach weiß, rechteckig und in allen A5- Ax Größen zu bekommen. In Japan sind sie zwar hauptsächlich auch weiß, aber Din A-Formen sind einfach zu wenig ausgefallen, zu
Ab Montag war dann eine Exkursion von meinem Fachbereich aus Trier da :)
Ungefähr 15 Leute, darunter 3 Professoren, waren für ungefähr eine Woche in Japan, um sich Gerichte, Kanzleien, die Botschaft und Universitäten anzuschauen.
Da ich ja schon hier war, konnte ich auch überall mit hin und es war einfach toll :)Marlene und ich haben meistens alle im Hotel abgeholt oder am Bahnhof getroffen. Wir haben Montag Clifford-Chance besucht und Mittwoch Baker&McKenzie. Beide gehören zu den größten und bekanntesten internationalen Kanzleien. Dort gabs ein paar Werbegeschenke, viel Infos über die Arbeit dort, wie die Kanzlei aufgebaut ist, wie man da rein kommt etc. Super spannend. Bei Baker&McKenzie würde sich sogar die Option anbieten, ein Praktikum in den Semesterferien zu absolvieren- das wär natürlich klasse, wobei das Großkanzlei-Leben sehr hart ist: Arbeitszeiten von 8/9 Uhr morgens bist locker Mitternacht, 20 Tage Urlaub, maximal 2 Wochen zusammenhängend. Für Familie, Freunden etc bleibt dann kaum Zeit.
Da würde sich schon eher ein Praktikum in der deutschen Botschaft anbieten, die wir auch mittwochs besucht haben. Die Leute dort waren super super lieb und waren begeistert, als man nach einer Praktikumsmöglichkeit gefragt hat.
Donnerstag und Freitag waren dann Universitäten dran. Einmal meine eigene und dann noch die Waseda Universität- eine Elite-Uni. Wir mussten teilweise Vorträge über deutsche Rechtsprobleme halten (auf japanisch natürlich) und Diskussionen über die Todesstrafe führen (die es in Japan noch gibt und auch vollstreckt wird!). Erstaunlicher Weise hatten sich nur 3 oder 4 Studenten finden lassen, die sich ausdrücklich für die Beibehaltung der Todesstrafe ausgesprochen haben. Trotz dass so viele Japan offensichtlich gegen die Todesstrafe sind, wird sie nicht abgeschafft- eine ganz typisch japanische Eigenschaft wie ich finde: Bevor irgendetwas (radikal) geändert wird, dass schon seit Jahr(zehnt)en Bestand hat, wird erstmal nachgeguckt, ob es nicht einen komplizierteren Weg gibt, zB dass man ein unerwünschtes Gesetz einfach mal anders auslegt und behauptet, das Gesetz wolle das ja garnicht- und das teilweise ganz unverschämt gegen den klaren Wortsinn. Aber etwas ändern oder gar abschaffen ist halt...Nein nein! Das geht nicht!Unmöglich!
Was allerdings sehr gut geht, ist eine Uni-Exkursion von einer Uni, die gar keine Partneruni ist so zu bewirten, als wäre sie vom selben Gründer gegründet worden. Wir bekamen nach dem ganzen Theater die Mensa hergerichtet, es wurden eigens für uns Häppchen in Form von Sushi und sonstigen Leckereien (die durchaus nicht billig sind in Japan) herangeschafft, Sake wurde ausgescheckt, Bier, Softdrinks, es wurde geprostet und sich jede Menge verbeugt ^. ^ In Sachen Gastfreundschaft ist Japan eben doch am Fortschrittlichsten.
Freitag abend war dann der letzte Tag an dem ich mit der Exkursion unterwegs war. Wir sind alle zusammen abends Yakiniku essen gegangen. Yakiniku ist nicht nur ein Japanisches Essen der Extraklasse, es macht auch tierisch Spaß :)Man sitzt zu viert oder zu sechst an einem Tisch in dessen Mitte eine Art Loch eingelassen ist. Da kommt dann ein Pott mit glühender Kohle rein und dann ein Rost drüber. Man bekommt Platten und Teller voll mit rohem, teils ungwürzten, teils gewürzten, teils marinierten Fleisch gebracht, Reis, Salate und jetzt darf man selbst grillen. Es ist echt genial und jeder der mal nach Japan kommt MUSS es unbedingt machen. Oft gibt es dann noch eine Getränke-flat-rate (so wie wir sie gestern hatten) und dann kann man für umgerechnet 15 Euro soviel trinken wie man will- ach alkoholische Getänke :) Dementsprechend waren wir alle super drauf danach ^-^ und sind auch direkt aus dem Restaurant und in die nächste Karaokebar gefallen.
Also ich muss sagen, Karaoke ist doch ganz anders als Singstar. Überhaupt nicht peinlich, denn man singt nicht allein oder gegeneinander und es ist auch kein Wettbewerb. Es gibt zwar nur 2 Mikros, die wandern aber ständig weiter (so etwa jede paar Liedzeilen oder beim Refrain oder spätestens beim nächsten Lied) und jeder singt mit (je nach Alkoholpegel auch gröhlen) Man bezahlt den Raum meistens nicht nach Personenanzahl, sondern einfach nach Stunden. Dazu gibts dann eine Softdrink-flat-rate und Knabberzeug. Es macht tierisch Spaß und es war sicher nicht mein einziges Mal!
Irgendwann unter der Woche war ich noch mit ein paar Leuten in Shimbashi - wieder ein Stadteil von Tokyo, hab aber keine Ahnung was genau speziell dort ist. Es gab viele Hochhäuser, Shopping-center und Restaurants- das übliche Umfeld eben. Das tolle an Shimbashi war eigentlich nur das leckere Grünteeeis (das mir normalerweise nicht schmeckt ganz im Gegensatz zum Macadamiaeis) und die Aussicht in der Sky-lounge, vor allem der Weg dorthin :) Es ging mit einem gläsernen Aufzug 47 Stockwerke in die Höhe und man konnte an den gegenüber liegenden Hochhäusern deutlich erkennen, wie verdammt schnell diese Teile sind^-^ Kein Vergleich zu deutschen Uni-Aufzügen. Die Aussicht oben war WIRKLICH SENSATIONELL!!! Ich war total aus dem Häuschen, erstens war es Nacht und ganz Tokyo leutete- bis zum Horizont ein einziges Lichtemeer. Es war einfach kein Ende der Stadt auszumachen und die Lichter wirkten irgendwie magisch. Das war der erste Moment in dem ich dachte "Danke dass ich hier sein darf!" Atemberaubend! Ich hab davon versucht ein Video zu machen, hoffentlich kommt es gut rüber.
Ich würde euch ja sehr gerne noch über die U-Bahn und Bahn Angewohnheiten der Japaner und noch so viel mehr erzählen, aber ich fürchte, dann wird der Post zu lang und ich hab bald nichts mehr zu berichten :) Diese Woche war ja echt wieder voll gestopft! Hoffentlich wirds jetzt erst mal ruhiger, die Unikurse fangen ja an (Japanese Intensive-1 und Indian Mysticism- ich weiß das einen hat ja garnichts mit Japan zu tun, aber der Kurs ist einfach toll und ich muss ihn belegen ^-^) . Ich hoffe euch hat mein 2. Post gut gefallen und ihr gebt mir wieder so zahlreich feed-backs, allein schon, damit ich mal wieder was von euch höre im fernen Japan:) Ich vermisse euch alle ganz arg und würd euch gern so vieles persönlich zeigen. Hoffentlich kommt das mit dem Blog etwas rüber ;)
Also bis demnächst, machts gut, passt auf euch auf und
じゃあ、またね。お休み!
Eure Tina
Hört sich ja bis jetzt alles ganz gut an, ich hoffe dass alles so bleibt.
AntwortenLöschenIch komme gerade aus Winnweiler von der Kerwe und überlege wie ich unsere Weintour am Samstag ohne dich und deine Oberaufsicht rumbringe. Einen verlieren wir jetzt sicher....