Sonntag, 29. November 2009

O hisashi buri - Es ist lange her, seit wir uns das letzte Mal sahen.

Jetzt ist es Ende November und in Japan ist der Winter immer noch nicht wirklich angekommen. Unter der Woche war es zeitweise mal recht kalt und ich habe mir im LUMINE in Shinjuku eine Winterjacke gekauft (schwarz mit rausnehmbaren Schafsfell). Aber unter 10°C war es noch nicht und dieses Wochenende war es dann wieder an die 18°C geworden.

Soviel zur aktuellen Wetterlage ^.^

Dadurch, dass es momentan immer noch so super Wetter ist, kann ich natürlich noch viel draußen unternehmen. An einem der letzten Dienstage war ich am Meiji-jingu.

Der Meji-jingu ist ein Schrein, also shintoistisch und hat ein bzw. mehrere große tori (siehe Bild). Der Schrein ist in Tokyo, im Stadtteil Harajuku. Man muss um zu ihm zu gelangen, erstmal eine gute halbe Stunde durch einen recht großen Park, der echt schön ist, weil er zahlreiche alte und große Bäume hat. Man merkt direkt die Luftveränderung, von der harten, dreckigen Stadtluft zu eine sehr sauberen und sanften Parkluft. Man bekommt fast das Gefühl, dass man in der Natur wäre.


Der Schrein selbst hat seinen Namen von dem gleichnamigen Tenno, der bis vor dem 1. Weltkrieg Japan regierte. Er und seine Frau sind dort begraben.
Ich war zu einer Zeit dort, als die Crysanthemen blühten, das Symbol des Kaiserhauses. Dem zu Ehren, wurden dann überall im Schrein und drum herum Crysanthemen aufgestellt- sehr schön anzuschaun :) Das andere Bild zeigt eine Wand mit kleinen Holztäfelchen, auf die Wünsche geschrieben werden, bevor man sie dort aufhängt.


Um in Tokyo ein wenig Natur zu erleben, muss man meistens einen Tempel oder Schrein besuchen. Sie sind oft in den größeren Parks gelegen oder von kleineren Gärten umgeben. Eine weitere Möglichkeit ist natürlich sich aus Tokyo raus zu begeben. Dazu muss man aber mindestens 1-2 Stunden Zugfahrt in Kauf nehmen. Aber gerade jetzt im Herbst lohnt es sich echt.

Dieses Wochenende bin ich mit 3 anderen Freunden zum Takao-san gefahren, also zum Berg Takao. Der ist relativ bekannt und steht in jedem Reiseführer als klassisches Ausflugsziel drin. Er ist direkt an den Ausläufern der Kanto-Ebene gelegen, am Beginn der ersten kleinen Bergketten, westlich von Tokyo.











Das Wetter war unheimlich toll. Blauer Himmel, keine Wolke und ausnehmend warm für November. Wir sind natürlich den Berg hochgeklettert und haben nicht den cable car oder den Sessellift genommen. Wobei - klettern ist es nun doch nicht ganz.

Der Takao-san ist sehr touristisch und alle Wege sind daher gepflastert oder geteert und es gibt nur eine handvoll Wege (nicht so wie bei uns im Wald, mit den kleinen abzweigenden Wegen überall). Es war zwar recht steil, aber einfach zu laufen.

Auf dem Takao-san sind mehrere Tempelanlagen, die man passieren kann, aber mit Abstand am schönsten waren die Herbstfarben. Sie sind insgesamt vergleichbar mit unseren Herbstfarben, Ausnahme bildet einzig dieses eine Knallrot, das man bei uns eher selten findet. Durch die Sonne funkelte alles regelrecht. Und die Luft war natürlich sooooviel besser :) Ich habe das natürlich in tiefen Atemzügen genossen.




Auf dem Gipfel haben wir dann unsere Mittagspause gemacht und in einem Restaurant Nudelsuppen gegessen. Danach hat es sich leider etwas zugezogen und wir konnten daher von Gipfel aus leider nicht den Fuji-san sehen :( Naja, nächstes Mal vielleicht ;)

Auf dem Rückweg haben wir uns dann noch Dango gekauft, eine sehr japanische Süßigkeit. Aus gestampften Reis wird ein "mochi" geformt - ein Reisbällchen- und aufgespießt gegrillt. Bevor man es isst, streicht man noch eine eher salzig schmeckende Soße darüber. Es ist echt lecker und halt ganz anders ;)

Den Rückweg haben wir dann doch - weil es dunkel wurde- mit dem Sessellift zurück gelegt. Und Sessellifte sind wohl doch nicht weltweit gleich. Der große Schock: in Japan gibt es zumindest am Sessellift vom Takao-san keine Sicherheitsbügel oder -gurte. Man sitzt einfach auf einer Bank und muss selbst schauen, dass man nicht runterfällt.
Ich konnte das kaum glauben. Der Lift wäre in Deutschland sofort geschlossen worden. Aber hier, hat es irgendwie niemanden gestört. Krass.
Mir war dann schon etwas mulmig zumute damit zu fahren. Letztendlich hat dann die Aussicht dafür entschädigt. Da es dann schon dunkel war und wir mit Blick auf die Kanto-Ebene fuhren, konnten wir Tokyo im ganzen Ausmaß bei Nacht sehen- ein wahnsinns Lichermeer- atemberaubend :)

So das wars vorerst wieder mal. Ich hoffe, bis zum nächsten Mal dauert es nicht mehr so lange
Jaa, mata ne!- Tja, bis zum nächsten Mal :)

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